Burundis Nationalparks schützen (2026) – Erhaltungsstatus & Bedrohungen
Burundi schützt 7.59% seiner Landfläche durch 3 Nationalparks, 7 Naturschutzgebiete und 2 Naturdenkmäler. Der Kibira National Park – ein 40.000 Hektar großer Regenwald im Albertine-Rift – führt eine Renaissance des friedensfördernden Naturschutzes, des Einsatzes von Rangern und des gemeinschaftsbasierten Schutzes an, doch illegale Landwirtschaft, Abholzung und Unterfinanzierung bleiben kritische Bedrohungen.

Erhaltungsstatus auf einen Blick
Burundi schützt derzeit 7.59% seiner Land- und Binnenwasserfläche durch ein Netzwerk von Schutzgebieten, darunter 3 Nationalparks, 7 Naturschutzgebiete, 2 Naturdenkmäler und 5 geschützte Landschaften. Das wichtigste Schutzgebiet des Landes, der Kibira National Park, umfasst rund 40.000 Hektar montanen Regenwald an den Grenzen zu Rwanda und der Demokratischen Republik Kongo (DRC) innerhalb des Albertine-Rift-Ökosystems – einer der artenreichsten Regionen Afrikas. Trotz der vergleichsweise geringen territorialen Abdeckung sind Burundis Parks Eckpfeiler der regionalen Wassersicherheit, des Primatenschutzes und der Kohlenstoffspeicherung. Bevölkerungsdruck, landwirtschaftliche Ausdehnung, Korruption und unzureichende Betriebsmittel gefährden jedoch ihre Integrität und die dort lebenden Arten.
Warum Burundis Parks wichtig sind: Biodiversität und Ökosystemleistungen
Burundis Schutzgebiete dienen sowohl als Rückzugsorte für Wildtiere als auch als wichtige Infrastruktur für das menschliche Überleben. Allein der Kibira National Park liefert fast zwei Drittel des Wassers, das Burundis größten Staudamm füllt. Die Unversehrtheit des Waldes ist daher entscheidend für die nationale Energie- und Wassersicherheit. Das montane Regenwaldökosystem des Parks beherbergt bedrohte Primaten – darunter Schimpansen, Schwarzweiße Colobusaffen und Diademmeerkatzen – sowie mehr als 200 Vogelarten, von denen viele im Albertine-Rift endemisch sind. Das Bururi Forest Nature Reserve (RNFB), ein 3.300 Hektar großes Schutzgebiet im Süden, bietet Schimpansen und regional bedeutenden Vogelpopulationen Zuflucht und nimmt zugleich saisonale Hochwasser auf.
Der im Nordosten gelegene Ruvubu National Park, der 1982 am Ruvubu-Fluss gegründet wurde, und seine Schwesterparks schützen gemeinsam Savannen- und Feuchtgebiete, die große Säugetierpopulationen und Zugvögel beherbergen. Diese Parks sind in die umfassenderen Community Conservancies in Burundi eingebettet, wo die lokale Verantwortung zunehmend als entscheidend für das langfristige Überleben anerkannt wird.
Die Bedrohungen: Abholzung, illegale Landwirtschaft und Ressourcenknappheit
Burundi steht aufgrund einer der höchsten Bevölkerungsdichten Afrikas und extremer ländlicher Armut unter starkem Naturschutzdruck. Die Waldfläche stagniert bei etwa 11% der gesamten Landfläche (279,640 Hektar im Jahr 2020), gegenüber 276,480 Hektar im Jahr 1990. Das Land verfehlte sein Ziel, die Waldfläche bis 2000 auf 20% zu erhöhen, und Fortschritte bleiben weiterhin aus.
Illegale Landnahme und landwirtschaftlicher Druck
Die Grenzen der Schutzgebiete stehen unter ständigem Druck durch Subsistenzlandwirte. Das Monge Natural Forest Reserve wurde vor mehr als 30 Jahren mit einer ursprünglichen Fläche von 5.000 Hektar eingerichtet, hat jedoch etwa 2.000 Hektar (40% seiner Fläche) verloren und umfasst heute nur noch 3.200 Hektar. Landwirte besetzen Teile des Reservats illegal und bauen ohne nachhaltige Methoden an steilen Hängen Pflanzen an. In einigen Fällen nehmen Öko-Wächter Bestechungsgelder – vor Ort als "Ikibando" bekannt – an, um den Anbau innerhalb der Reservate zu erlauben. Sobald die Felder zahlreich und für Ranger sichtbar werden, zerstören die Behörden die Ernten. Der Kreislauf wiederholt sich jedoch, da neue Landwirte erfolgreiche Ernten sehen und angrenzende Flächen besetzen.
Der auslösende Mechanismus sei der "zunehmende Überbevölkerungsdruck auf die verfügbaren Flächen", so Untersuchungen vor Ort. Wenn Landwirte fruchtbare Gebiete roden und die Böden erschöpfen, geben sie diese Flächen auf und roden neuen Wald – eine sich ausbreitende Abholzungsfront entsteht.
Illegale Abholzung, Brennholzsammlung und Lebensraumfragmentierung
Neben der Landwirtschaft bedrohen auch illegale Abholzung und die Gewinnung von Brennholz Burundis Wälder. Ländliche Haushalte, denen tragfähige wirtschaftliche Alternativen fehlen, dringen in Schutzgebiete vor, um Holz und Brennholz für den Verkauf oder den Eigenbedarf zu gewinnen. Klimabelastungen und saisonale Wasserknappheit verschärfen den Wettbewerb um Waldprodukte und destabilisieren Naturschutzvereinbarungen und Rangerpatrouillen.
Unterfinanzierung und Lücken bei der Ranger-Kapazität
Wie Schutzgebietssysteme in ganz Afrika leiden auch Burundis Parks unter chronischer Unterfinanzierung. Rangerpatrouillen fehlen ausreichender Treibstoff, Fahrzeuge, Lebensmittelrationen und Ausrüstung, um wirksame Maßnahmen gegen Wilderei und zur Durchsetzung der Schutzgebietsgrenzen durchzuführen. Ohne ausreichende Betriebsmittel können die Parks ihre Infrastruktur nicht instand halten, Personal nicht ausbilden und auf Notfälle bei Wildtieren nicht reagieren. Das Department of National Parks and Wildlife und das Department of Forestry beaufsichtigen den Schutz der Biodiversität, doch ihre Budgets sind durch konkurrierende nationale Prioritäten begrenzt.
Naturschutzmaßnahmen: Kibiras friedensförderndes Modell und der Einsatz von Rangern
Als Reaktion auf diese Herausforderungen hat Burundi eine integrierte Naturschutzstrategie gestartet, die auf dem Kibira Forest Sanctuary Project aufbaut und Friedensförderung, Ranger-Einsatz und nachhaltigen Tourismus miteinander verbindet. Diese von UN Peacebuilding Fund und internationalen Partnern unterstützte Initiative stellt einen Paradigmenwechsel hin zu einer gemeindeorientierten und auf Widerstandsfähigkeit ausgerichteten Parkverwaltung dar.
Die Umgestaltung des Kibira National Park (2024–heute)
Das Kibira-Projekt erkennt an, dass fehlende tragfähige wirtschaftliche Möglichkeiten und Überbevölkerung zum zunehmenden Wettbewerb um natürliche Ressourcen beigetragen haben, insbesondere um den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen. Statt Naturschutz ausschließlich durch Zwang durchzusetzen, schafft das Projekt gleichzeitig Lebensgrundlagen und Frieden. Zu den wichtigsten Erfolgen gehören:
- Einsatz einer Ranger-Einheit: Eine neu eingesetzte Ranger-Einheit unter der Leitung der National Park Authority OBPE (Burundian Office for the Protection of the Environment) wurde ausgebildet, ausgerüstet und in vier Einsatzgebieten stationiert – Mabadi, Mpanda, Teza und Rwegura (Parkverwaltung) – und deckt den gesamten 40.000–50.000 Hektar großen Park sowie seine 70 Gemeinden in der Pufferzone ab. Dies ist die erste umfassende professionelle Ranger-Präsenz in der Geschichte des Parks.
- Gemeindliche Schutzkomitees: Siebzehn Kibira-Schutzkomitees auf Dorfebene wurden eingerichtet, um die Beziehungen zwischen den Gemeinden und der Parkverwaltung zu verbessern und Rückkopplungsschleifen für eine adaptive Regierungsführung zu schaffen.
- Kulturzentrum und Einbindung der Batwa: Ein Kulturzentrum am Parkverwaltungssitz bietet kulturelle Erlebnisse, die das Tourismusangebot erweitern und zugleich die Beteiligung sowie Versöhnung zwischen der indigenen Batwa-Gemeinschaft und den Parkbehörden fördern. Dadurch werden historische Marginalisierung direkt angegangen und Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen.
- Stärkung der operativen Kapazitäten von OBPE: Ranger-Ausbildung, die Renovierung des Parkverwaltungssitzes und bessere Arbeitsbedingungen für das Personal haben die Fähigkeit der National Park Authority verbessert, den Wald professionell zu verwalten.
- Veränderte Wahrnehmung in den Gemeinden: Die lokale Wahrnehmung des Parks hat sich messbar verbessert. Das Kulturzentrum und die wirtschaftlichen Möglichkeiten fördern Frieden und Versöhnung.
Finanzierungs- und Partnerschaftsstruktur
Das Kibira-Projekt wird durch eine Mischfinanzierung aus Zuschüssen, konzessionären Finanzierungen und grünen Investitionsinstrumenten finanziert. Zu den Finanzierungsquellen gehören etwa $8 Millionen vom Global Environment Facility (GEF-8), $10 Millionen aus dem Green Climate Fund (GCF) Fast Track sowie zusätzliche Unterstützung durch den UN Peacebuilding Fund. Die Regierung von Burundi hat sich verpflichtet, den rechtlichen Rahmen für die Rekrutierung, Ausbildung und den Einsatz von Rangern als staatliche Aufgabe festzulegen. Private Philanthropie und internationale Naturschutzförderungen sollen den langfristigen Betrieb sichern.
African Parks Network und Peace Parks Foundation leisten technische und managementbezogene Unterstützung und bringen ihre Erfahrungen mit kooperativen Regierungsmodellen in ganz Afrika ein. Das Projekt konzentriert sich auf fünf Provinzen – Cibitoke, Bubanza, Muramviya, Kayanza und Bujumbura Rural – mit intensiver Arbeit in der Pufferzone des Parks und in 70 Gemeinden.
Landschaftswiederherstellung und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit
Aufbauend auf früheren Erfolgen soll das Landscape Restoration and Resilience Project (unterstützt durch die IDA18-Finanzierung der Weltbank) 90.000 Hektar wiederherstellen, 80.000 Haushalten zugutekommen und die Landproduktivität in ausgewählten Landschaften um 20% steigern. Die Initiative umfasst die nachhaltige Bewirtschaftung des Bururi Forest Reserve sowie des Kibira und des Ruvubu National Parks.
Das Bururi Forest Reserve zeigt eindrücklich, wie die Beschäftigung indigener Menschen Naturschutzerfolge vorantreiben kann. Mitglieder der historisch marginalisierten und in extremer Armut lebenden Batwa-Gemeinschaft wurden eingestellt, um Schimpansen zu schützen, Touristen zu führen und legal Nahrungsmittel sowie Heilpflanzen zu sammeln. Mit den daraus erzielten Einnahmen haben Batwa-Familien Land gekauft – ein historischer erster Schritt für die Gemeinschaft. Das Gemeindemitglied Odette Nkurikiye fasste den Wandel so zusammen: "Wir waren Feinde des Bururi-Waldreservats, aber jetzt sind wir seine besten Beschützer. Wir haben jetzt Arbeit und sogar Land gekauft."
Regierungsführung und institutioneller Rahmen
Burundis Schutzgebietssystem basiert auf überarbeiteter Gesetzgebung, die kooperative, gemeinsame und gemeindebasierte Regierungsmodelle ermöglicht. Das Department of National Parks and Wildlife und das Department of Forestry sind die wichtigsten staatlichen Institutionen für den Schutz der Biodiversität und die Verwaltung von Schutzgebieten. Auch der private Sektor trägt aktiv zur Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen bei. So arbeitet African Parks Network mit der Regierung in mehreren Schutzgebieten zusammen, während Peace Parks Foundation Co-Management-Vereinbarungen zur Stärkung des Parkbetriebs unterzeichnet hat.
Die Schaffung klarer rechtlicher Rahmenbedingungen – darunter ein neuer Landnutzungsplan ("Plan de Zonage") für Kibira, der Friedensförderung und die Bekämpfung der Ursachen der Abholzung miteinander verbindet – ist entscheidend, damit Geberfinanzierung und Ranger-Einsatz zu nachhaltigen Ergebnissen führen.
Wildtierwirtschaft und Potenzial für Ökotourismus
Burundis Schutzgebiete sind gut positioniert, um eine Wildtierwirtschaft zu fördern, die auf naturbasiertem Tourismus, Waldprodukten und nachhaltiger Fischerei beruht. Der Ökotourismus befindet sich zwar noch im Aufbau, bietet aber erhebliches Potenzial, da die malerischen Landschaften und die Biodiversität des Landes attraktive Anziehungspunkte darstellen. Schutzgebiete mit ihrer reichen Flora und Fauna gelten als potenzielle Zentren für Ökotourismusaktivitäten.
Das Kibira-Projekt zielt ausdrücklich darauf ab, Investitionen in naturverträglichen Tourismus anzustoßen und die natürlichen Ressourcen des Waldes in grüne Wachstumsimpulse umzuwandeln. Pilotprojekte für nachhaltigen Kaffee-Agrotourismus und erste Ökotourismusinitiativen in den Pufferzonen schaffen zunehmend alternative Einkommensquellen, die den Druck auf die Waldressourcen verringern. Reisende, die auf SafariFind naturschutzfördernde Schimpansen-Tracking-Erlebnisse im Kibira National Park buchen, finanzieren direkt Ranger-Einsätze und Beschäftigungsprogramme für Gemeinden.
Herausforderungen und Rückschläge: Finanzierungslücken und Korruption
Trotz der Fortschritte bestehen weiterhin kritische Lücken. Internationale Finanzierungen für naturbasierte Lösungen waren 2018 noch stark von Zuschüssen abhängig (etwa 80%), was den Spielraum für private Investitionen einschränkt und bei Auslaufen der Zuschüsse Verwundbarkeit schafft. Vielen Naturschutzprojekten fehlen stabile Einnahmequellen zur Deckung von Betriebs- und Instandhaltungskosten. Dadurch vergrößert sich die Finanzierungslücke, die institutionelle Investoren abschreckt.
Korruption und informelle Besteuerung in Schutzgebieten bestehen fort. Die Zusammenarbeit von Öko-Wächtern mit illegalen Landwirten untergräbt die Durchsetzung der Regeln, und Grenzstreitigkeiten zwischen Gemeinden und Parkverwaltung sind in einigen Gebieten ungelöst. Ohne transparente Mechanismen zur Aufteilung der Vorteile und eine echte Mitsprache der Gemeinden in der Regierungsführung können Ressentiments erneut Landnahme und Wilderei auslösen.
Darüber hinaus schränkt Burundis allgemeine politische und wirtschaftliche Fragilität – einschließlich des Erbes des Bürgerkonflikts und der anhaltenden regionalen Instabilität – die Fähigkeit der Regierung ein, den Naturschutz eigenständig zu finanzieren. Die Abhängigkeit von externen Gebern schafft operative Risiken und erschwert die langfristige Planung.
Ergebnisse: Woran sich Fortschritt erkennen lässt
Zu den messbaren Erfolgen gehören:
- Einsatz und Professionalisierung von Rangern: Die erste umfassende Ranger-Einheit im Kibira National Park wurde ausgebildet und eingesetzt. Damit wurde eine 24/7-Patrouillenabdeckung in den Einsatzgebieten des Parks geschaffen.
- Veränderte Haltung der Gemeinden: Die Wahrnehmung der Parks durch die Gemeinden hat sich durch Beschäftigung, kulturelle Anerkennung und Mechanismen zur Vorteilsaufteilung deutlich verbessert.
- Landbesitz indigener Menschen: Batwa-Familien im Bururi Forest Reserve haben erstmals Land gekauft und damit einen jahrhundertealten Kreislauf aus Landlosigkeit und Armut durchbrochen.
- Sanierung der Infrastruktur: Parkverwaltungssitz, Rangerstationen und Einrichtungen für das Personal wurden renoviert, wodurch die operative Leistungsfähigkeit und die Mitarbeiterbindung verbessert wurden.
- Pipeline für Landschaftswiederherstellung: Im Rahmen des von der Weltbank unterstützten Resilience Project sollen 90.000 Hektar wiederhergestellt werden; 80.000 Haushalte sollen davon profitieren.
Wie Reisende Burundis Parks schützen können
Nachhaltiger Tourismus ist einer der direktesten Hebel für den Schutz von Parks. Wenn Reisende Wildtiersafaris und Parkbesuche über verantwortungsvolle Anbieter buchen, finanzieren Eintrittsgelder und die Beschäftigung von Guides direkt Ranger-Einsätze, Anti-Wilderei-Patrouillen und Gemeindeprogramme. Zu den konkreten Maßnahmen gehören:
- Bei geprüften Anbietern buchen: Nutzen Sie Plattformen wie SafariFind, um Lodges und Guides auszuwählen, die sich nachweislich für die Beschäftigung von Gemeindemitgliedern und transparente Naturschutzfinanzierung einsetzen.
- Gemeindegeführte Erlebnisse unterstützen: Bevorzugen Sie Guides und kulturelle Erlebnisse, die von lokalen und indigenen Gemeinschaften angeboten werden, etwa von Batwa geführte Waldwanderungen im Bururi. Ihre Ausgaben finanzieren direkt Landbesitz und Lebensgrundlagen.
- Länger in den Pufferzonen bleiben: Verbringen Sie Zeit und Geld in den Dörfern rund um die Parks und unterstützen Sie lokalen Agrotourismus sowie Kaffee- und Handwerksbetriebe, die den Druck auf die Waldressourcen verringern.
- Transparenz einfordern: Fragen Sie Anbieter und Parkbehörden nach Ranger-Gehältern, Budgets für die Bekämpfung der Wilderei und der Aufteilung von Vorteilen mit den Gemeinden. Fordern Sie Rechenschaft.
- Organisationen direkt unterstützen: Spenden Sie an Organisationen wie das Burundian Office for the Protection of the Environment (OBPE), Peace Parks Foundation und Organisationen für die Rechte der Batwa oder engagieren Sie sich dort ehrenamtlich.
Ausblick: 2026 und darüber hinaus
Burundis Nationalparks stehen an einem Wendepunkt. Die Projekte Kibira und Landscape Restoration zeigen, dass integrierter Naturschutz – der Friedensförderung, Ranger-Einsatz, Beschäftigung in Gemeinden und nachhaltigen Tourismus verbindet – funktionieren kann. Der Erfolg hängt jedoch von dauerhafter Finanzierung, politischem Willen und echter Beteiligung der Gemeinden ab. Die nächsten drei Jahre werden entscheidend sein: Wenn das $30-Millionen-Resilience Project der Weltbank sein Ziel von 90.000 Hektar Wiederherstellung erreicht und die Ranger-Einheit von Kibira dauerhaft finanziert und professionell bleibt, könnte Burundi ein übertragbares Modell für Naturschutz nach Konflikten in der Region der Großen Seen etablieren. Wenn dagegen die Finanzierung ausläuft und das politische Interesse nachlässt, werden die durch den Ranger-Einsatz und die Versöhnung mit den Gemeinden erzielten Fortschritte rasch wieder verloren gehen.
Der Wald selbst ist keine Ressource, die "bewirtschaftet" werden muss, sondern ein lebendiges System, das sowohl Wildtiere als auch die Würde der Menschen erhält. Wie Leonidas Nzigiyimpa, Chief Warden von OBPE und Empfänger des National Geographic Buffett Award for Leadership in Conservation 2018, sagte: "Burundis Zukunft hängt von der Bewahrung seiner Natur ab."
Zuletzt im August 2026 geprüft. Naturschutzdaten ändern sich – aktuelle Zahlen finden Sie in den zitierten Quellen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel von Burundi steht als Nationalpark oder Reservat unter Schutz?
Burundi schützt 7.59% seiner Land- und Binnenwasserfläche durch ein Netzwerk aus 3 Nationalparks, 7 Naturschutzgebieten, 2 Naturdenkmälern und 5 geschützten Landschaften. Das größte Schutzgebiet ist der Kibira National Park mit rund 40.000 Hektar montanem Regenwald im Albertine-Rift-Ökosystem.
Was ist der Kibira National Park und warum ist er wichtig?
Der Kibira National Park ist ein 40.000 Hektar großer montaner Regenwald an den Grenzen von Burundi, Rwanda und der DRC. Er liefert fast zwei Drittel des Wassers für Burundis größten Staudamm, schützt bedrohte Primaten wie Schimpansen und Colobusaffen, beherbergt mehr als 200 Vogelarten und ist ein Eckpfeiler des Biodiversitäts-Hotspots Albertine Rift.
Welche Bedrohungen gibt es für Burundis Schutzgebiete?
Die wichtigsten Bedrohungen sind die illegale Ausdehnung der Landwirtschaft (das Monge Natural Forest Reserve hat 40% seiner Fläche durch Landwirtschaft verloren), illegale Abholzung, die Gewinnung von Brennholz, Bevölkerungsdruck, die Unterfinanzierung des Ranger-Betriebs und Korruption unter Öko-Wächtern. Burundis Waldfläche stagniert trotz eines nationalen Ziels von 20% weiterhin bei 11% der gesamten Landfläche.
Was ist das Kibira Forest Sanctuary Project?
Das Kibira Forest Sanctuary Project ist eine integrierte Naturschutzinitiative, die vom UN Peacebuilding Fund, der Global Environment Facility ($8 Millionen) und dem Green Climate Fund ($10 Millionen) finanziert wird. Das Projekt setzt professionelle Ranger ein, richtet gemeindliche Schutzkomitees ein, schafft ein Kulturzentrum zur Versöhnung mit den indigenen Batwa und fördert naturverträglichen Tourismus, um Naturschutz in eine Chance für Friedensförderung und bessere Lebensgrundlagen zu verwandeln.
Wie sind indigene Batwa-Gemeinschaften am Schutz der Parks beteiligt?
Die historisch marginalisierten Batwa werden heute in Reservaten wie Bururi als Ranger, Guides und Waldbeobachter beschäftigt. Ihre Beschäftigung und die Einnahmen aus Ökotourismus und nachhaltiger Nutzung ermöglichen es Familien, Land zu kaufen – ein historischer erster Schritt für die Gemeinschaft. Dieses Modell zeigt, wie indigene Verantwortung zum Erfolg des Naturschutzes beiträgt.
Was ist das Landscape Restoration and Resilience Project?
Das $30-Millionen-Projekt der Weltbank zur Landschaftswiederherstellung und Resilienz (IDA18) soll 90.000 Hektar wiederherstellen, 80.000 Haushalten zugutekommen und die Landproduktivität in geschädigten Landschaften um 20% steigern, darunter im Bururi Forest Reserve sowie im Kibira und Ruvubu National Parks.
Wie hilft Ökotourismus beim Schutz von Burundis Parks?
Ökotourismus generiert Einnahmen für den Parkbetrieb, Ranger-Gehälter und die Beschäftigung in Gemeinden und verringert durch alternative Lebensgrundlagen den Druck auf die Wälder. Nachhaltiger Kaffee-Agrotourismus und Schimpansen-Tracking-Erlebnisse in den Pufferzonen finanzieren den Naturschutz direkt und sorgen dafür, dass die lokale Bevölkerung am Schutz interessiert bleibt.
Werden Burundis Schutzgebiete effektiv verwaltet?
Die Verwaltungskapazitäten verbessern sich, bleiben aber eingeschränkt. Das Kibira-Projekt hat erstmals eine professionelle Ranger-Einheit eingesetzt, und die Parkverwaltung entwickelt sich zu kooperativen Modellen weiter, an denen Regierung, private Partner wie African Parks Network und Gemeinden beteiligt sind. Chronische Unterfinanzierung, Korruption und Bevölkerungsdruck bleiben jedoch ernsthafte Hindernisse.
Welche Wildtiere kann ich in Burundis Nationalparks sehen?
Burundis Parks schützen Schimpansen, Schwarzweiße Colobusaffen, Diademmeerkatzen, Buschböcke und mehr als 200 Vogelarten, darunter endemische Arten des Albertine Rift wie Turakos, Nektarvögel und Waldsänger. Der Ruvubu National Park beherbergt außerdem Savannensäugetiere und Zugvögel.
Wie kann ich Burundi bei einem Besuch im Naturschutz unterstützen?
Buchen Sie Safaris und Parkbesuche über geprüfte Anbieter, die sich nachweislich für die Beschäftigung in Gemeinden und transparente Naturschutzfinanzierung einsetzen. Bevorzugen Sie Guides und Erlebnisse lokaler und indigener Gemeinschaften, verbringen Sie Zeit in Dörfern der Pufferzonen und unterstützen Sie dort den Agrotourismus. Fragen Sie Anbieter nach Ranger-Gehältern und Budgets zur Bekämpfung der Wilderei und ziehen Sie direkte Spenden an OBPE oder Naturschutzorganisationen in Betracht.
Was ist der Albertine Rift und warum ist er für Burundi wichtig?
Der Albertine Rift ist einer der artenreichsten Biodiversitäts-Hotspots Afrikas und erstreckt sich über Teile von Burundi, Rwanda, Uganda und der DRC. Burundis Schutzgebiete – insbesondere der Kibira National Park – schützen einen bedeutenden Teil dieses Ökosystems, das einen außergewöhnlich hohen Endemismus aufweist und als ökologischer Korridor für die Wanderung von Wildtieren in der Region dient.
Wie viel Wald hat Burundi verloren und kann er wiederhergestellt werden?
Burundis Waldfläche stagniert bei etwa 11% der gesamten Landfläche (279,640 Hektar im Jahr 2020) und hat damit das Ziel von 20% verfehlt. Das Monge Natural Forest Reserve hat 40% seiner ursprünglichen Fläche von 5.000 Hektar verloren. Das Resilience Project der Weltbank soll 90.000 Hektar wiederherstellen und zeigen, dass integrierte Friedensförderung und Naturschutz die Abholzung umkehren können.
V2Ui.sources
- STATE OF PROTECTED AND CONSERVED AREAS — IUCN (2024)
- ANNUAL PROGRESS REPORT — Multi-Partner Trust Fund Office / Kibira Forest Sanctuary Project (2024)
- Burundi — Wikipedia
- Kibira National Park — Global Association of National Parks (GANP)
- Burundi — Wikipedia (Forest Cover Data)
- DRC-Burundi: Forests and Parks Fall Victim to Land Scarcity and Infertility — InfoNile (2024)
- Uganda: Rangers Raise Awareness for Wildlife Conservation as Park Funding Plummets — Conservation Magazine
- Restoring Vital Landscapes for Sustainable Growth in Burundi — Global Environment Facility (GEF)
- Adaptation Insights 02: Nature-Based Solutions Funding — Global Commission on Adaptation (2025)
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